Torselett

Torselett – die jüngere Schwester des Korsetts und Corseletts Torselett leitet sich vom griechischen Wort Thyrsos, lateinisch Tursus und italienisch Torso ab und bezeichnete seit der griechischen Antike in der Kunst das Fragment einer Büste ohne Arme, Beine und Rumpf, d.h. einen unvollständigen, schön geformten, nackten Oberkörper. Renaissancekünstler brachten diesen Begriff in Mode und schließlich machte Auguste Rodin ihn sogar zu einer eigenen, anerkannten Kunstgattung. Torselet oder Torselette ist die französische Variante für die im Deutschen gebräuchliche Schreibweise Torselett. In der aktuellen Mode ist diese Art von Mieder, das im Gegensatz zur Corsage nicht nur bis zur Taille, sondern bis zur Hüfte reicht, sehr beliebt. Es soll wie schon die seit Mitte des 19. Jahrhunderts althergebrachte Tournure die weibliche Sanduhrform unterstreichen. Dem Torselett gelingt dies sehr gut mit eingebauten Kunststoffstäbchen, die das zarte Gebilde aufrecht halten und die weibliche Büste stützen, damit die Oberweite vollbusig wirkt und die Taille schlank bis zerbrechlich. Es wird ergänzt mit abnehmbaren Strapsen oder Strumpfhaltern, die die früher üblichen Strumpfbänder ersetzen. Am modernen Torselett sind die Materialien dehnbar durch den Stretchanteil und die Träger und Strapse können auf die individuelle Länge eingestellt werden. Oft tritt das Torselett als kesser Bestandteil der Reizwäsche mit Spitze, Samt und Seide auf. Raffinierte Schnitte, schöne leuchtende Farben oder dezente Streifen setzen farbliche Akzente. Seit der erste Push up BH kurz nach dem zweiten Weltkrieg in USA unter dem Namen Rising Star die Welt umrundete, hat sich das Torselett im allgemeinen Rahmen der Reizwäsche zu einem anerkannten Dessous gemausert, das im Wäschefach des Kleiderschrankes einer modernen Frau nicht fehlen darf.

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